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WM-Gold und -Silber bei den World Rowing Beach Sprint Finals 2025 in der Türkei
Nürnberg/Antalya (Türkei) – Mit einer Gold- und einer Silbermedaille krönte Mia Tetiwa vom Ruderverein Nürnberg ihren Auftritt bei den World Rowing Beach Sprint Finals 2025 vom 6. bis 9. November 2025 im türkischen Antalya. Die 18-Jährige wurde damit Weltmeisterin und Vize-Weltmeisterin der Juniorinnen in zwei Disziplinen – ein herausragender Erfolg für die Nürnberger Ruderin und ihren Verein.
WM-Titel im Juniorinnen-Doppelzweier für Mia Tetiwa
Zusammen mit ihrer Partnerin Selma Ritter (Dresdener RC) ging Mia Tetiwa bei den World Rowing Beach Sprint Finals im Juniorinnen-Doppelzweier (CJW2x) an den Start. Den Einstieg in den Wettkampf bildete das sogenannte Time Trial, bei dem jedes Boot einzeln gegen die Uhr antritt. Beide Sportlerinnen zeigten von Beginn an ein hochkonzentriertes Rennen und sicherten sich den Sieg mit einem Vorsprung von 0,23 Sekunden vor Spanien. Mit dieser Platzierung verschaffte sich das deutsche Boot die beste Ausgangssituation für die anstehenden K.-o.-Runden am Freitag.
Auch in diesen Rennen bestätigte das Duo seine starke Form: Im Viertelfinale setzten sich Tetiwa und Ritter in den Mittelmeerwellen vor Antalya sicher gegen die USA (Mary Bain, Catherine Cole) durch. Im Halbfinale dominierten sie das Boot ihrer italienischen Gegnerinnen (Barbara Cilli, Maja Antoni) vom Start weg und trotzten auch schwierigen Bedingungen. Der souveräne Halbfinalsieg brachte das deutsche Boot in das Finalrennen um Gold.
In diesem Finale trafen Mia Tetiwa und Selma Ritter auf Marta Parades Fernandez und Carmen Jarabo Perez aus Spanien. Von Beginn an setzte sich das deutsche Boot in Führung, doch die kämpferischen Spanierinnen hielten bis zur Wendeboje mit nur etwa einer Sekunde Rückstand mit. Auf dem Rückweg in Richtung Strand zogen Mia Tetiwa und Selma Ritter dann aber entscheidend davon. Im abschließenden Strandlauf brachte Mia den Sieg in 2:45,56 Minuten und mit fast fünf Sekunden Vorsprung sicher über die Ziellinie.
„Es ist unglaublich, weil es einfach etwas ist, das wir gemeinsam geschafft haben“, sagte Mia Tetiwa nach ihrem Finalerfolg. Dieser WM-Titel von Mia Tetiwa und Selma Ritter bedeutet für den Deutschen Ruderverband DRV die zweite WM-Goldmedaille überhaupt in der Geschichte der Sportart Coastal Rowing Beach Sprint.
Coastal-Rowing-Bundestrainer Adrian Bretting und Co-Trainer Hendrik Bohnekamp, die Mia Tetiwa bereits im Juniorinnen-Bereich des klassischen Ruderns über drei Jahre begleitet hatten, zeigten sich beeindruckt von der Leistung des deutschen Duos. „Beide wurden von Runde zu Runde stärker, agierten taktisch klug und lieferten im entscheidenden Moment ihre beste Leistung“, sagte Bretting nach dem Rennen zu Gold.
Mia Tetiwa wird auch Vize-Weltmeisterin im Juniorinnen-Einer
Bei den World Rowing Beach Sprint Finals in Antalya ging Mia Tetiwa auch im Juniorinnen-Einer (CJW1x) in die Wettkämpfe. Nach dem Erreichen des Viertelfinales bei den Europameisterschaften im Oktober traf sie nun auf ein international stark besetztes Teilnehmerinnenfeld aus Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika.
Bereits in den Time Trials überzeugte Mia Tetiwa mit Rang zwei. Die 18-jährige Nürnbergerin setzte somit nervenstark und technisch versiert ein deutliches Signal für die bevorstehenden K.-o.-Runden.
Im Achtelfinale am Freitag siegte Mia nach einem konzentrierten Start gegen Isabella Monahan aus Irland. Und das noch am gleichen Tag, an dem sie später ihren WM-Triumph zusammen mit Selma Ritter wahrmachen sollte. „Ganz souveräner Lauf – trotz Wellen hervorragend gemacht. Am Ende hat sie sogar noch Körner gespart für die Finalrunde im Doppelzweier gleich danach“, lobte Bundestrainer Adrian Bretting.
Am Samstag sicherte sich Mia Tetiwa im Viertelfinale gegen die Chinesin Leli Li mit einem kämpferischen Rennen den Einzug ins Halbfinale. Dort traf sie auf die amtierende Europameisterin Maria Lanciano aus Italien. In einem ausgeglichenen und am Ende engen Duell löste die Nürnbergerin schließlich mit großem Kampfgeist ihr Ticket für das Finale um Gold oder Silber. In beiden Ausscheidungsrennen profitierte Mia von ihrer präzisen Linienführung auf dem Wasser, die ihr taktische Vorteile für die entscheidenden Sekunden brachte.
Mit dem Finale im Juniorinnen-Einer bestritt Mia Tetiwa am Samstag schließlich ihr neuntes Beach-Sprint-Rennen innerhalb von nur drei Tagen. Trotz der hohen Belastung aus zwei Wettbewerben lieferte sie sich mit Lou Phillipe (Frankreich) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Duell um Gold. Beide Ruderinnen kamen nahezu zeitgleich aus der Wende und kämpften Bug an Bug bis an den Strand. Erst im finalen Sprint über den Sand konnte Phillipe sich hauchdünn absetzen und siegte in 02:47,59 Minuten. Mia Tetiwa erreichte das Ziel in 02:49,74 Minuten und sicherte sich Silber nach ihrem WM-Sieg im Juniorinnen-Doppelzweier am Vortag.
„Ich spreche, denke ich, für das gesamte Betreuer:innen-Team, wenn ich sage, dass wir einfach nur stolz auf unsere bayerische Coastal-Athletin sind“, kommentierte Bundestrainer Adrian Bretting die bemerkenswerte WM-Bilanz von Mia Tetiwa mit zwei Medaillen. „Nach dem Programm der letzten Tage hier so ein Finale hinzulegen, verdient allergrößten Respekt, Hut ab.“
„Wir sind unglaublich stolz auf die jüngsten Erfolge von Mia“, sagt Reinhard Gabler, erster Vorsitzender des Rudervereins Nürnberg. „Im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder gratulieren wir Mia und Selma zu ihrem WM-Sieg im Zweier und Mia zu ihrer Silber-Medaille im Einer. Wir freuen uns schon, die Erfolge bei der Saisonabschlussfeier gebührend zu feiern.“
Über Coastal Rowing Beach Sprint
Coastal Rowing ist eine eigenständige Rudersportart, die auf dem Meer oder anderen großen Gewässern ausgeübt wird. Anders als beim klassischen Flachwasserrudern sind Wind und Wellen hier bewusst Teil der Herausforderung. Die Athletinnen und Athleten benötigen neben Kraft und Technik auch Orientierungssinn, um die unruhigen Bedingungen zu meistern. Verwendet werden speziell konstruierte Boote: breiter, robuster und flacher als klassische Rennruderboote – ideal, um sich durch Wellen und unruhiges Wasser zu bewegen. Die Sportart umfasst drei Hauptdisziplinen: Langstreckenrennen über 6 bis 8 Kilometer, mehrtägiges Tourenrudern und den Beach Sprint.
Der Coastal Rowing Beach Sprint kombiniert Laufen und Rudern auf rund 600 Metern und stellt Athletinnen und Athleten vor technische Herausforderungen an Land und im Wasser. Bei den Wettkämpfen starten die Sportlerinnen und Sportler direkt am Strand, sprinten ins Wasser, steigen in ihre Coastal-Boote und absolvieren einen Slalomkurs um Bojen. Nach einer 180-Grad-Wende geht es in gerader Linie zurück in Richtung Strand, wo sie anlanden, aus den Booten steigen und erneut sprinten bis zum Ziel – eine actionreiche Kombination aus Technik, Geschwindigkeit und Kraft.
Der Coastal Rowing Beach Sprint wird 2028 in Los Angeles erstmals olympisch sein.
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Mia Tetiwa (links) vom Ruderverein Nürnberg siegte zusammen mit ihrer Partnerin Selma Ritter vom Dresdener RC im Juniorinnen-Doppelzweier bei der Weltmeisterschaft im Coastal Rowing Beach Sprint 2025 in Antalya (Türkei).
Ruderverein Nürnberg von 1880 e.V.